Dieser Eintrag wendet sich vor allem an Außenstehende und an Lehrer, und soll als Hilfestellung dienen, die Situation zu beurteilen. Aber es kann natürlich auch für das Opfer ein Selbsttest sein, an dem es erkennt, wie sehr es von dem Mobbing betroffen ist.
Viele dieser Punkte habe ich in Zusammenarbeit mit der Internetbekanntschaft Lisbeth herausgearbeitet. An dieser Stelle geht also nochmal ein besonderer Dank an sie. ![]()
Wenn man als Außenstehender oder als Lehrer den Verdacht hat, dass ein Schüler gemobbt wird, ist eine besonders gute Beobachtungsgabe gefragt, um die Situation zu klären. Die folgenden Leitfragen sind hierfür eine sehr gute Hilfestellung.
- Verhalten des Opfers im Unterricht
Mobbingopfer werden bei den Gruppenarbeiten in der Klasse oder bei Projekten entweder völlig ausgeschlossen, nicht ernst genommen oder während einer Präsentation häufiger gestört als ihre Mitschüler. Dabei ist es völlig egal, ob das Opfer gute Leistungen in dem Fach bringt oder mittelmäßige. Seine Beiträge werden von der Masse überhört.
Lässt man das Opfer innerhalb von Diskussionen ausreden? Geht man auf seine Beiträge ein?
Ein weiteres Merkmal ist die große Unsicherheit. Wenn jemand trotz guter Vorbereitung auf eine Präsentation größere Probleme hat, vor der Klasse zu sprechen, oder sogar panische Angst davor hat, sollte man den Ursachen nachgehen. Oft hängt dies mit Mobbing innerhalb der Klasse zusammen.
Verändern sich die schulischen Leistungen stark zum Negativen, im Schriftlichen und im Mündlichen? Das kann daran liegen, dass das Mobbingopfer sich aufgrund des Mobbings nicht mehr traut, vernünftig mitzuarbeiten, geschweige denn überhaupt noch Wissen zu zeigen.
Ist das Mobbingopfer im Unterricht häufig auch gedanklich gar nicht anwesend und kann dem Unterrichtsstoff nicht mehr folgen?
Wenn Witze in der Klasse über „eine bestimmte Person“ erzählt werden, lacht das „Opfer“ mit? Wenn nicht, richtete sich der Witz gegen das Opfer. Das Schlimmste, was man als Lehrer in solch einer Situation tun kann, ist, unbewusst mitzulachen. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass man dieses Verhalten toleriert und eventuell sogar anerkennt.
- Fehlzeiten/Fernbleiben vom Unterricht
Wenn das Opfer fehlt, wird Material mitgenommen oder behauptet die gesamte Klassengemeinschaft, keinen Kontakt zum Opfer zu haben?
Werden schnell Vorwürfe laut, das Opfer würde dem Unterricht mit Absicht fernbleiben?
Verlässt das Opfer regelmäßig als letztes oder als erstes den Raum oder kommt trotz guter Leistungen häufig zu spät in den Unterricht?
Dies könnte damit zusammenhängen, dass das Opfer bewusst versucht, seinen Peinigern aus dem Weg zu gehen, um ihnen nicht alleine gegenüberzustehen.
Häufen sich die Fehlstunden des Opfers oder sinkt die mündliche Mitarbeit deutlich?
- Umgangsformen in Spiel, Sport und Freizeit
Außerdem kann es hilfreich sein, auf das Verhalten des Opfers während der Pausen zu achten. Steht es alleine da? Spricht es mit den Leuten aus der Klasse? Wird es ernst genommen? Falls nicht, falls das Opfer den Klassenkameraden sogar bewusst aus dem Weg geht, handelt es sich wahrscheinlich um ein Mobbingopfer.
Beim Sport oder bei anderen gemeinsamen Aktivitäten, wird diese Person als letztes gewählt? Steht sie im Spiel die meiste Zeit alleine herum und bekommt nie den Ball?
Braucht das Opfer besonders viel oder besonders wenig Zeit, sich umzuziehen? Kommt es häufig zu spät zum Sport? Auch diese Faktoren können mit Mobbing zusammenhängen. Insbesondere unter den Mädchen ist es nicht selten, dass vor dem Sport beim Umziehen besonders stark gemobbt wird. Daher lassen sich die Opfer entweder sehr viel Zeit beim Umziehen, damit es alleine in der Umkleide ist, oder es beeilt sich, damit die anderen keine Gründe für weiteres Mobbing finden.
Wird das Opfer regelmäßig beleidigt oder verletzt?
Wird der Besitz des Opfers häufig weggenommen, durch die Gegend geworfen oder absichtlich beschädigt?
- Verhalten des Opfers privat
Macht das Mobbingopfer öfter den Eindruck, unglücklich, deprimiert, hilflos oder den Tränen nahe zu sein?
Hört das Opfer oft sehr aggressiv oder melancholisch klingende Musik? Hört es diese sogar in den kleinen Pausen?
Klagt das Opfer häufig über Schmerzen oder Übelkeit? Psychosomatische, das heißt, durch Stress und psychische Probleme bedingte körperliche Beschwerden, sind eine sehr typische Folge von Mobbing.
Möchte diese Person häufig früher die Schule verlassen?
Verschließt sich diese Person noch mehr nach außen als zuvor?
Steigt auch das Aggressionspotenzial des Opfers? Ist es häufiger schlecht gelaunt oder wendet es plötzlich auch Gewalt an?
Sucht es zunehmend die Nähe älterer Mitschüler oder sogar die der Lehrer?
Je mehr dieser Fragen nach genauem Beobachten auch über einen längeren Zeitraum mit „Ja“ beantwortet werden können, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich hierbei um einen Mobbingfall handelt.
Liebe Grüße,
eure Raquel
Butz123
du kennst dich in dem Bereich ja ziemlich gut aus...

Ein interessanter Beitrag von dir zum Thema : Mobbing.
Hoffentlich lesen das auch viele Lehrer.
Schönen Tag noch .
Viele liebe Grüße
Butz